06.06.2004

Virtual Reality life in action

Weltweite Fabrikplanungskooperation in internationalen Planungsteams

Am Fachbereich Produktionsmanagement haben Studenten zum zweiten Mal an dem internationalen Planspiel „FIT2011“ zur virtuellen Fabrikplanung in internationalen Planungsteams teilgenommen. Das Planspiel wurde von Prof. Dr.-Ing. Harald Augustin, Leiter des Studiengangs Master of Science in Logistics Management, entwickelt, und seit seinem Wechsel an die Hochschule Reutlingen ist der Fachbereich Produktionstechnik Mitglied des Hochschulnetzwerkes zur virtuellen Fabrikplanung, dem neben der koordinierenden Universität Kaiserlautern auch die Universitäten Karlsruhe, Perdue (USA), Warschau (Polen), Helsinki (Finnland) Athen (Griechenland) sowie Metz (Frankreich) angehören.

Die Studenten lernen in diesem Planspiel die im Studium erlernten Methoden und Vorgehensweisen konkret in einer auf Realdaten basierende Fabrikplanung anzuwenden. Virtuell wird die Fabrikplanung dadurch, dass die Planungsteams sich aus Studenten der teilnehmenden Hochschulen zusammensetzen, die somit in interdisziplinären und internationalen, kulturell gemischten Teams zusammenarbeiten müssen. Für diese Art der Zusammenarbeit wird z.B. ein 3D-Virtual-Reality-Werkzeug zur simultanen Fabriklayoutplanung in räumlich verteilten Teams. Die Endpräsentation nach vier anstrengenden Tagen, in denen teilweise bis in die Nacht gearbeitet wurde, zeigte die hervorragenden Planungsergebnisse der Gruppen eindrucksvoll (vgl. Bild).

In der Anwendung weitergehende Werkzeuge der Digitalen Fabrik eröffnen auch in der Ausbildung angehender Wirtschaftsingenieure „Made in Reutlingen“ eine neue Perspektive. „Wir werden ab dem Wintersemester 2004/2005 eine ganz neue Art von Rollenfokussierten, internationalen Planspielen anbieten, die industriell eingesetzte Software vom Produktdatenmanagement über professionelle Meeting-Systeme bis hin zu VR-Planungswerkzeugen mit Simulationsmöglichkeiten integriert. Erste Sponsoren sind mit den Firmen Parametric Technology (PTC), München, und CoCreate, Sindelfingen, sowie einem Fraunhofer Institut bereits gefunden. Verhandlungen mit weiteren Firmen laufen. Wenn wir im Wintersemester mit den Planspielen ViPPER (Virtual Product and Process Engineering) und ViSLER (Virtual Supply Chain and Logistics Engineering) im Echtbetrieb starten, wird die Ausbildung von Wirtschaftsingenieuren eine neue Dimension erschließen, die in Deutschland seines gleichen sucht. Das Zeitalter der Digitalen Fabrik ist für uns dann Realität und bietet Entwicklungspotenziale für die nächsten 5 bis 10 Jahre. Wir werden in diesem Bereich insbesondere neue Trainingsmethoden für das Virtual Collaborative Engineering (VCE) entwickeln und auch für die Industrie zugänglich machen“, so Prof. Dr. Harald Augustin.